Stadtratswahlen Zug 2022
6. Economia e lavoro (0/6)

1. Der Wettbewerb in verschiedenen Branchen wurde durch Online-Vermittlungsdienste (z.B. Unterkünfte via "Airbnb", Taxidienste via "Uber") verschärft. Sollten diese Dienste strenger reguliert werden?

2. Würden Sie eine Erhöhung der städtischen Beteiligung an der WWZ AG (regionales Energie-, Wasser- und Telekomunternehmen) befürworten?

3. Befürworten Sie die Einführung eines für alle Arbeitnehmenden gültigen Mindestlohnes von CHF 4'000 für eine Vollzeitstelle?

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In der Schweiz gibt es bisher keinen gesetzlichen Mindestlohn. In einigen Branchen bestehen Gesamtarbeitsverträge (GAV), in denen Mindestlöhne festgeschrieben sind. Auch in anderen Branchen liegen die tiefsten Löhne häufig über dem Betrag von 22 Franken pro Stunde bzw. 4'000 Franken pro Monat, der als möglicher Mindestlohn genannt wird. Rund 400'000 oder rund 10 Prozent der Arbeitnehmenden arbeiten jedoch zu Löhnen, welche unter diesem Betrag liegen.

Die Kantone Neuenburg, Jura, Genf, Basel-Stadt und Tessin haben inzwischen einen kantonalen Mindestlohn eingeführt.

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4. Befürworten Sie eine vollständige Liberalisierung der Geschäftsöffnungszeiten (Festlegung nach freiem Ermessen unter Berücksichtigung des Arbeitsgesetzes)?

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Pro
Contro

In der Schweiz gibt es kantonal unterschiedliche Regelungen der Geschäftsöffnungszeiten, die von eher restriktiv bis sehr liberal reichen. Eine vollständige Liberalisierung bedeutet, dass die Geschäfte nach eigenem Ermessen die Öffnungszeiten festlegen können, jedoch nicht gezwungen sind, zu bestimmten Tageszeiten oder an bestimmten Tagen geöffnet zu haben.

Zudem gilt weiterhin das Arbeitsgesetz des Bundes, das Nachtarbeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr sowie Sonntagsarbeit verbietet bzw. nur auf Bewilligung hin erlaubt.

Die Zuger Stimmbevölkerung stimmte am 7. März 2021 über eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten um eine Stunde ab. Die Vorlage wurde mit etwas mehr als 65% Nein-Stimmen deutlich abgelehnt. Bei einer Annahme hätten die Läden jeweils eine Stunde länger öffnen dürfen. Weiterhin gilt jedoch, dass Läden von Montags bis Freitags jeweils um 19:00 Uhr und am Samstag um 17:00 Uhr schliessen müssen.

  • Die Liberalisierung der Geschäftsöffnungszeiten trägt den veränderten Arbeits- und Freizeitgewohnheiten der Bevölkerung Rechnung.
  • Die Liberalisierung der Geschäftsöffnungszeiten führt dazu, dass im Wettbewerb alle Geschäfte in der ganzen Schweiz die gleichen Ausgangsbedingungen haben. Heute besteht eine Vielzahl an unterschiedlichen Regelungen in den Kantonen.
  • Bestehende Arbeitsschutzbestimmungen sorgen dafür, dass die Liberalisierung nicht zu Lasten des Verkaufspersonals geht.
  • Die Liberalisierung der Geschäftsöffnungszeiten führt zu längeren Ladenöffnungszeiten und zu Mehrarbeit für das Verkaufspersonal. Da diese Mehrarbeit insbesondere am Abend und an Wochenenden geleistet werden muss, leiden das soziale Leben und das Familienleben sowie die Gesundheit der Angestellten.
  • Die Konsumenten/-innen haben auch bei liberaleren Ladenöffnungszeiten nicht mehr Geld zur Verfügung. Darum werden Umsatz und Gewinn der Geschäfte bei einer vollständigen Liberalisierung der Geschäftsöffnungszeiten nicht steigen.
  • Nicht zuletzt ist der Sonntag in unserer christlichen Gesellschaft für viele ein Tag der Ruhe und Besinnung. Durch die Liberalisierung wird der Sonntag immer mehr zu einem normalen Arbeitstag.
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5. Befürworten Sie eine strengere Kontrolle der Lohngleichheit von Frauen und Männern in der Stadt?

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Obwohl Frauen und Männer der Bundesverfassung nach den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit erhalten sollten, besteht noch immer ein gravierender Unterschied. Basierend auf dem Mittelwert besteht gesamtwirtschaftlich eine unerklärte Lohndifferenz von 8.1%. Seit dem juni 2020 ist das revidierte Gleichstellungsgesetz in Kraft. Dieses verpflichtet Unternehmen ab 100 Mitarbeitenden, eine Lohngleichheitsanalyse durchzuführen. Das Gesetz sieht jedoch keine Kontrollen zur Einhaltung vor, keine Sanktionen bei Nichteinhaltung und das Gesetz betrifft nur einen kleinen Teil der Schweizer Unternehmen. Mit verstärkter Kontrolle könnte die Stadt Zug dazu beitragen, dass Frauen und Männer gleich entlohnt werden und die Gleichstellung der Geschlechter vorangetrieben wird

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6. Soll die Schweiz die bilateralen Verträge mit der EU durch ein Freihandelsabkommen ersetzen (nach dem Vorbild des Brexit-Abkommens zwischen Grossbritannien und der EU)?