Attila Lardori
Die Mitte | 05.07
Sozialstaat, Familie & Gesundheit
Erhöhung Rentenalter
Befürworten Sie eine Erhöhung des Rentenalters für Frauen und Männer (z.B. auf 67 Jahre)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Erhöhung Familienzulagen
Der Kantonsrat hat kürzlich einer Erhöhung der Familienzulagen im Kanton Solothurn zugestimmt (+ 30 Fr. pro Monat). Befürworten Sie diese Erhöhung?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Die Familienzulagen unterstützen Familien finanziell und können so zu einer besseren Lebensqualität beitragen. Die Familie und insbesondere die Kinder müssen im Zentrum der familienpolitischen Bemühungen stehen. Jedes Engagement, dass den Familien und Kindern zu Gute kommt ist eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft und unseres Staates.
Förderung Kinderbetreuung
Sollen die Gemeinden im Kanton Solothurn verpflichtet werden, einen Teil der Kosten für externe Kinderbetreuung zu übernehmen (Unterstützung via Betreuungsgutscheine durch Kanton und Gemeinden)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Die familienergänzende Kinderbetreuung ist ein wichtige familienpolitische Massnahme und muss gestärkt werden. Wichtig sind klare Rahmenbedingungen und dass die Einwohnergemeinden, in denen die Familien ja auch sozial verankert sind, in der Umsetzung flexibel bleiben können, entsprechend den Gegebenheiten vor Ort und auch der finanziellen Möglichkeiten. Insbesondere muss dafür gesorgt werden, dass den Gemeinden dadurch kein erheblicher administrativer Mehraufwand entsteht.
Erhöhung Prämienverbilligung
Soll der Kanton mehr Mittel für die Krankenkassen-Prämienverbilligungen zur Verfügung stellen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Grundsätzlich sind Krankenkassen-Prämienverbilligungen ein wichtiges Instrument für den sozialen Ausgleich, insbesondere da die Kosten im Gesundheitswesen die Budgets der Menschen jedes Jahr immer mehr belasten. Alleine ein einseitiger Ausbau dieses Instruments ist jedoch nicht nachhaltig und genügt nicht. Gleichzeitig müssen die Kosten gebremst werden. Hier gibt es viel Sparpotential (Digitalisierung, Medikamentenpreise, Generika, Behandlungsmethoden etc.).
Höhere private Gesundheitskostenbeteiligung
Sollen sich die Versicherten stärker an den Gesundheitskosten beteiligen (z.B. Einführung Notfallgebühr)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Auf den ersten Blick mag eine finanzielle Beteiligung in Form einer Gebühr als verursachergerecht wirken. Die hohen Kosten in unserem Gesundheitswesen haben aber andere Gründe (keine einheitlichen Patientendossiers, überteuerte Medikamente und Leistungen etc.). Eine Gebühr würde einkommensschwächere Personen benachteiligen bzw. ihr Portemonnaie noch stärker belasten. Eine Notfallsituation kann jede und jeden treffen.
Schule & Bildung
Integratives Schulmodell
Gemäss dem Konzept der integrativen Schule werden Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen grundsätzlich in regulären Schulklassen unterrichtet. Befürworten Sie dies?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Schulklassen von über 20 Kindern sind oft schon Alltag. Teilweise sind in Regelklassen zu viele Sonderfälle integriert, was mit den aktuellen Ressourcen organisatorisch und finanziell nur noch schwer gestemmt werden kann. Das heutige Modell erfordert eine Unzahl an Assistenzmassnahmen, das kann auch zu Unruhe in den Klassen führen. Lernschwache und starke Kinder haben beide das Nachsehen, da nicht mehr gezielt auf sie eingegangen werden kann.
Religionen im Regelunterricht
Soll das Thema Religionen in die dafür vorgesehenen Fächer des Regelunterrichts integriert werden (Abschaffung des konfessionellen Religionsunterrichts an der Volksschule)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Es ist sicher wichtig dass alle Kinder ein schulisches Grundwissen über das Thema Religion und Ethik erhalten und somit auch über das Christentum als Grundlage unserer Kultur. Dies findet in vielen Familien so nicht mehr statt und nur noch eine Minderheit besucht konfessionellen Unterricht. Viele Kantone haben daher schon das Schulfach «Ethik und Religionen» eingeführt. Der konfessionelle Unterricht müsste bzw. könnte aber z. B. gleichgestellt werden bzw. als Schullektion anerkannt werden.
Abschaffung Frühenglisch
Soll Frühenglisch zugunsten der Grundkompetenzen Lesen, Rechnen und Schreiben abgeschafft werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Wenn mit der Abschaffung des Frühenglischen die Grundkompetenzen Lesen, Rechnen und Schreiben tatsächlich gestärkt bzw. verbessert werden können, ist eine Abschaffung prüfenswert. Lesen, Rechnen und Schreiben sind wichtige Grundkompetenzen, auf denen auch ein Sprachunterricht aufbauen können muss. Englisch ist eine wichtige internationale Sprache, deren Erlernen auch in der Oberstufe noch problemlos möglich ist.
Verlängerung Sekundarschule P
Soll die Sekundarschule P im ganzen Kanton von zwei auf drei Jahre verlängert werden (Dauer wie Sek B und Sek E)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
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Kommentar
Die Berufsbildung bzw. das duale Bildungssystem ist eine unserer grössten bildungs- und wirtschaftspolitischen Vorteile, die wir gegenüber vielen anderen Ländern haben. Die Berufslehre ist der «Königsweg» unserer Wirtschaft. Massnahmen, welche auch die Berufsbildung in der Sekundarstufe I stärken wie teilweise nun angedacht wird sind prüfenswert.
Handyverbot an Volksschulen
Befürworten Sie die Einführung eines strikten Handyverbots an Volksschulen im Kanton Solothurn?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Handys sind heute Teil unseres Alltages und nicht mehr wegzudenken. Andererseits deuten Studien darauf hin, dass Handykonsum auch zu psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen führen kann. Massnahmen wie «digitale Safe Space» für Kinder und Jugendliche wurden an Schulen im In- und Ausland bereits geschaffen. Eine Einschränkung sollte aber nicht total erfolgen sondern partiell (z. B. im Schulunterricht).
Förderung gleiche Bildungschancen
Soll sich der Kanton stärker für gleiche Bildungschancen einsetzen (z.B. mit Förderunterricht-Gutscheinen für Schüler/-innen aus Familien mit geringem Einkommen)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
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Migration & Integration
Kostenpflichtiger Sprachunterricht
Sollen Eltern den Sprachunterricht ihrer Kinder künftig selber bezahlen müssen, sofern diese vor der Einschulung (Kindergarten) nicht genügend gut Deutsch sprechen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Die Sprachkompetenz der am Wohnort gesprochenen Sprache ist eine wichtige Kompetenz für eine Integration. In der Regel stammen Kinder, welche die ortsübliche Sprache nicht sprechen, aus Familien anderer Sprachregionen oder anderer Länder (Flüchtlinge). Diese für den Sprachunterricht bezahlen zu lassen hat keinen Nutzen, in vielen Fällen (Migrationsbereich) müssten die Kosten sowieso von der öffentlichen Hand übernommen werden. Sprachunterricht müsse in jedem Fall aber obligatorisch sein.
Kündigung Schengen-Abkommen
Soll die Schweiz das Schengen-Abkommen mit der EU kündigen und wieder verstärkte Personenkontrollen direkt an der Grenze einführen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Nach wie vor finden an den Binnengrenzen Zollkontrollen statt und bei polizeilichem Anfangsverdacht können auch Personenkontrollen durchgeführt werden. Der Zoll- und Grenzschutz ist an der Grenze und im Grenzraum nach wie vor im Einsatz. Ein Austritt aus dem Schengen-Abkommen hingegen würde vor allem die Sicherheit verschlechtern (kein Zugang mehr zum Schengen Informations-System usw.) und die Zusammenarbeit mit anderen Zoll- und Grenzschutzbehörden (Frontex etc.).
Stimmrecht für Ausländer/-innen
Sollen Ausländer/-innen, die seit mindestens zehn Jahren in der Schweiz leben, das Stimm- und Wahlrecht auf Gemeindeebene im Kanton Solothurn erhalten?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Das Stimm- und Wahlrecht ist die demokratische Gestaltungsmöglichkeit und der Ausdruck des politischen Willen. Diese Möglichkeit sollte mit dem Bürgerrecht verknüpft bleiben, dass den Abschluss einer erfolgreichen Integration darstellt. Wer sich politisch engagieren will hat in der Schweiz die Möglichkeit, sich einbürgern zu lassen, mit allen damit einhergehenden Rechten, aber auch Pflichten (Gleichbehandlung). Auch würde so die Gemeindeautonomie tangiert werden (Einbürgerung).
Senkung Einbürgerungsgebühren
Soll der Kanton Solothurn die Einbürgerungsgebühren für unter 25-jährige senken (aktuell zwischen 1000 und 2500 CHF für alle Einzelpersonen)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Gebühren sind grundsätzlich nach Aufwand zu verrechnen, nebst den kantonalen Gebühren kommen auch noch zusätzliche Gebühren der Gemeinden dazu (Gemeindebürgerrecht), welche sich je nach Gemeinde zwischen 500 bis 3000 CHF belaufen. Ganz grundsätzlich müssten zuerst die Gebührensätze überprüft werden, bevor sie gesenkt werden
Erhöhung Einbürgerungsanforderungen
Die mündlichen sprachlichen Anforderungen für die Einbürgerung in Solothurn wurden jüngst erhöht (von B1 auf B2). Befürworten Sie dies?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Die Sprache ist und bleibt die wichtigste Voraussetzung für eine Integration in eine Gesellschaft, da sie soziale Kontakte vereinfacht und auch den Einstieg in den heimischen Arbeitsmarkt. Dies auch wenn internationale Firmen teilweise fremdsprachige Personen beschäftigen, deren Arbeitseinsätze jedoch teilweise ja zeitlich begrenzt sind.
Gesellschaft, Kultur & Ethik
Sterbehilfe in Heimen
Das Solothurner Kantonsparlament hat entschieden, dass alle Heime künftig Sterbehilfe zulassen müssen. Befürworten Sie diesen Entscheid?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Hier stehen sich zwei Grundrechte gegenüber, nämlich die Freiheit von Personen sich für den Freitod zu entscheiden und die Freiheit von Heimen, das nicht zulassen zu wollen, sei es aus ethischen oder anderen Gründen. Die Beihilfe zum Suizid wird aus ethischer Sicht nach wie vor kontrovers diskutiert. Dies sollte auf beiden Seiten (Patient/Institution) auf Freiwilligkeit beruhen. Personen könnten sich für den Freitod auch in andere Einrichtungen begeben welche das anbieten.
Schliessung Schule für Mode und Gestaltung
Soll die Schule für Mode und Gestaltung in Olten als Sparmassnahme geschlossen werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
An der Schule für Mode und Gestaltung werden im Kanton Bekleidungsgestalter/innen EFZ ausgebildet. Eine Schliessung würde wohl dazu führen, dass Solothurner Jugendliche diese Lehre in ihrem Kanton nicht mehr absolvieren könnten oder diese in einer anderen Institution absolvieren müssten (allenfalls die Lehre auch mitbezahlen müssten). Die Schule ist eine von rund 18 und unser Kanton sollte den Standort für unsere künftigen Bekleidungsgestalter/innen EFZ erhalten.
Verbot Einweg-E-Zigaretten
Befürworten Sie ein Verkaufsverbot von Einweg-E-Zigaretten im Kanton?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Grundsätzlich sehe ich ein Verkaufsverbot positiv, da die gesundheitlichen Schäden und die Abfallproblematik tatsächlich bestehen. Es macht aber keinen Sinn, den Verkauf in einem Kanton zu verbieten, wenn diese im Nachbarkanton gekauft oder einfach online bestellt werden können. Wenn der Verkauf an erwachsene Personen verboten werden soll (Jugendschutz) müssten konsequenterweise auch andere Tabakprodukte verboten werden. Das nationale Verbot ist ausreichend.
Verbot geschlechtsneutraler Sprache
Soll kantonalen Stellen (Verwaltung, Schulen) die Verwendung von geschlechtsneutraler Sprache mittels Genderstern oder ähnlichen Zeichen erlaubt werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Es besteht auf kantonaler Ebene (wie auch auf Bundesebene) bereits ein Leitfaden für gendergerechte Sprache. Das die weibliche und männliche oder die sächliche Form verwendet werden ist absolut richtig und war eigentlich auch immer Teil unserer Sprache bzw. Schriftgutes. Gendersterne oder ähnliche Zeichen sind nicht Teil unseres Schriftgutes und eine künstliche Adaption, die Texte auch unleserlich macht. Wir haben in Bezug auf Gleichberechtigung bzw. Lese- und Schreibkompetenz andere Probleme.
Finanzen & Steuern
Steuererhöhung
Würden Sie zur Stabilisierung der Kantonsfinanzen auch Steuererhöhungen befürworten?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Geld zu erwerben erfordert Klugheit, Geld zu bewahren Weisheit, Geld auszugeben ist eine Kunst (nach Bertold Auerbach). Bevor ich eine Steuererhöhung befürworte, ist die Ausgabeseite zu optimieren. Wir haben im Moment wohl weniger ein Einnahmeproblem sondern mehr ein Ausgabeproblem. Aber grundsätzlich bin ich bereit, mehr Steuern zu zahlen, wenn es notwendig ist.
Individualbesteuerung
Sollen Ehepaare getrennt als Einzelpersonen besteuert werden (Individualbesteuerung)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Mit einer Individualbesteuerung werden Paare mit deutlich unterschiedlichen Einkommen benachteiligt. Ebenfalls würde eine Einführung rund 1.7 Mio. zusätzliche Steuererklärungen generieren, die bearbeitet werden müssten. Ein riesiger administrativer Aufwand mit Mehrkosten. Eine Lösung wäre nach wie vor die alternative Steuerberechnung, wie sie von unserer Partei vorgeschlagen wurde.
Einführung Hundesteuer
Befürworten Sie die Einführung einer kantonalen Hundesteuer von 35 Fr. pro Jahr (ersetzt die Kontrollzeichengebühr)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Es ist sicher richtig, dass Hundehalterinnen/Hundehalter eine Steuer entrichten (anstatt der bisherigen Gebühr), um den Aufwand der kantonalen Leistungen von über 700'000CHF im Bereich Hunde (Tierschutz- und gesundheit etc.). mittragen. Die Haltung von Hunden ist mit grösserem Aufwand für die Allgemeinheit verbunden als von anderen Tieren und nicht alle Kosten können immer von der Allgemeinheit getragen werden.
Wegfall Teuerungsausgleich
Durch den Wegfall des Teuerungsausgleichs 2025 für Mitarbeitende des Kantons können rund 13 Mio. Franken eingespart werden. Befürworten Sie diesen Entscheid?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Der Verzicht ist einer der notwendigen Schritte, um die Kantonsfinanzen zu stabilisieren. Unter den gegebenen Umständen war der Entscheid nachvollziehbar. Dies bedingt aber auch, dass bei stabilen Finanzen der Teuerungsausgleich auch wieder ausgerichtet wird, um die Belastungen der Teuerung abzufedern.
Einstellungsstopp Kantonspersonal
Befürworten Sie einen Einstellungsstopp beim Kantonspersonal (Einfrieren Stellenbestand/Pensum mit Ausnahme der Lehrpersonen und Justiz)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Dieser Vorschlag geht in Richtung der Solothurner 1:85-Initiative der FDP. Eine kritische Überprüfung der Personalbestände muss jedoch ein wiederkehrender und laufender Prozess sein und ein Einstellungsstopp darf bei einer Schieflage der Kantonsfinanzen kein Tabu sein. Im Moment sehe ich aber keinen Handlungsbedarf und es muss sichergestellt sein, dass das Staatspersonal seine Aufgaben zugunsten der Bevölkerung erfüllen kann.
Wirtschaft & Arbeit
Kündigung Bilaterale Verträge
Soll die Schweiz die Bilateralen Verträge mit der EU kündigen und ein Freihandelsabkommen ohne Personenfreizügigkeit anstreben?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Die EU ist die wichtigste Handelspartnerin der Schweiz, der bilaterale Weg hat mit zur wettbewerbsfähigen Wirtschaft und zu unserem Wohlstand beigetragen. Die Zusammenarbeit muss weitergeführt werden, jedoch müssen unser Lohnniveau und unsere Sozialwerke geschützt werden, Das sind aus meiner Sicht für uns die wichtigsten Herausforderungen.
Finanzielle Unterstützung Stahlwerk Gerlafingen
Soll der Kanton Solothurn das Stahlwerk Gerlafingen bei Bedarf finanziell unterstützen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Das Stahlwerk Gerlafingen ist der grösste Recycling-Betrieb der Schweiz und ein wichtiger Arbeitgeber im Raum Solothurn. Die finanziellen Probleme sind nicht selbstverschuldet und deine Schliessung wäre auch ökologisch gesehen in Nachteil (mehrere 10'000 Lastwagenfahrten pro Jahr mehr). Wir müssen wieder beginnen, wichtige Industriezweige zu schützen und zu erhalten um unseren Wettbewerbsvorteil nicht zu verlieren bzw. nicht Opfer von Handelsstreits zwischen Wirtschaftsblöcken werden zu lassen.
Konzernverantwortung
Sollen Schweizer Unternehmen, deren Tochterfirmen oder Zulieferer im Ausland tätig sind, zur Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards verpflichtet werden (Konzernverantwortung)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Unternehmerische Freiheit versus Selbstverantwortung. Beide Aspekte müssen sich nicht ausschliessen. Im Kern entspricht die Einhaltung von Standards ja unserem Werteverständnis, dass wir ja auch innerhalb unseres Landes leben bzw. auch umsetzen. Dies würde auch den Ruf der Schweiz nützen. Andererseits sind solche Regelwerke auch ein Risiko (Wettbewerbsnachteile, administrative Kosten etc.). Eine solche Regelung müsste gut ausgewogen und auch durchsetzbar sein (kein zahnloser Papiertiger).
Einführung Mindestlohn
Eine Gesetzesinitiative, die am 9. Februar 2025 vor das Volk kommt, verlangt einen kantonalen Mindestlohn von CHF 23 pro Stunde. Befürworten Sie dies?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Der Mindestlohninitiative wohnt ein sehr sozialer Ansatz inne. Die erhofften positiven Effekte in Kantonen, die einen solchen eingeführt haben, sind nicht wirklich nachgewiesen. Viel erfolgreicher hingegen wäre die Ausarbeitung bzw. Einführung von Gesamtarbeitsverträgen für betroffene Berufsgruppen. Ich bin auch der Meinung, dass im Zeiten des Fachkräftemangels das Wechselspiel zwischen Angebot und Nachfrage eher immer mehr zu Gunsten der Arbeitnehmenden ausfallen wird.
Liberalisierung Geschäftsöffnungszeiten
Befürworten Sie eine vollständige Liberalisierung der Geschäftsöffnungszeiten (Festlegung nach freiem Ermessen unter Berücksichtigung des Arbeitsgesetzes)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Eine vollständige Liberalisierung wäre aus familienpolitischer Sicht ein Nachteil, insbesondere für Arbeitnehmende mit schulpflichtigen Kindern. Auch an Sonn- und Feiertagen sowie ausserhalb der heute üblichen Arbeitszeiten besteht die Möglichkeit, die minimalen Grundbedürfnisse abdecken zu können. Auch stellt sich die Frage der Umsetzbarkeit, im Zeiten des Fachkräftemangels und damit auch der tatsächlichen Freiwilligkeit seitens der Arbeitnehmenden.
Umwelt & Energie
Totalrevision Energiegesetz
Befürworten Sie die Totalrevision des kantonalen Energiegesetzes (Volksabstimmung 9. Februar 2025)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Das kantonale Energiegesetz beinhaltet Bestimmungen, die per Volksentscheid bereits angenommen wurden und gibt dem Kanton die Möglichkeit, ökologische Massnahmen besser zu unterstützen. Viele der Vorgaben sind «kann»-Formuliert und nicht «muss» und die zwingende Vorgaben machen Sinn und sind zumutbar, da sie insbesondere vor allem Personen betreffen, welche in der Regel über die notwenigen finanziellen Mittel verfügen.
Lockerung Umweltschutz für erneuerbare Energien
Sollen für den Ausbau von erneuerbaren Energien die Vorschriften des Umwelt- und Landschaftsschutzes gelockert werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Der Ausbau der einheimischen erneuerbaren Energien muss rasch erfolgen, eine anreizbare Energiewende stellt die Versorgungsicherheit und somit zu bezahlbaren Strompreisen und eine funktionierende Wirtschaft sicher und somit auch die soziale Sicherheit und Stabilität. Ich bin überzeugt, dass in unserer dicht besiedelten Schweiz auch bei Lockerungen eine gute Balance zwischen Energieversorgung und dem Umwelt- und Landschaftsschutz möglich ist und auch erfolgen wird.
Aufhebung AKW-Bauverbot
Sollen in der Schweiz wieder neue Atomkraftwerke gebaut werden dürfen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Unabhängig davon, ob denn tatsächlich auch neue Kernkraftwerke gebaut werden würden, müssen wir zur Sicherstellung unserer Energieversorgung die Möglichkeit haben, alle bewährten Technologien nutzen zu können (aber nicht zu müssen). Alle Formen der Energiegewinnung haben Vor- und Nachteile und der Betrieb der Kernenergie in der Schweiz war und ist bisher von einem hohen Sicherheitsstandard begleitet.
Strengerer Tierschutz
Befürworten Sie strengere Tierschutzregelungen für die Haltung von Nutztieren (z.B. permanenter Zugang zum Aussenbereich)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Auch das Wohl der Nutztiere muss gewährleistet sein auch, die Massnahmen von zusätzlichen Tierschutzmassnahmen zugunsten von Nutztieren müssen aber umsetzbar sein und dürfen nicht dazu führen, dass Betriebe erhebliche Mehraufwände haben. Ebenfalls müssen die Kunden bereit sein, die Mehrkosten dafür mit dem Produkt zu behahlen.
Verkehr
ÖV-Ausbau
Soll der Kanton mehr Mittel für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs bereitstellen?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Der öffentliche Verkehr in der Schweiz ist gut ausgebaut und hat auch im Ausland zu Recht einen guten Ruf. In unseren Ballungsräumen ist er eine wirkliche Alternative zum Individualverkehr. Die Mittel müssen aber effizient eingesetzt werden und vom Personenaufkommen her auch Sinn machen.
Förderung motorisierter Individualverkehr
Befürworten Sie zusätzliche Massnahmen zugunsten des motorisierten Individualverkehrs (z.B. Beseitigung von Engpässen, Umfahrungsstrassen, Kapazitätsausbau, Parkplätze)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Der öffentliche Verkehr wird aus diversen Gründen den Individualverkehr nie ablösen können, insbesondere nicht zwischen den Ballungsräumen oder an Randzeiten. Nach wie vor sind viele Personen aus diversen Gründen auf diese Verkehrsart angewiesen, Nichtinvestitionen führen nicht zu einer Reduktion, sondern zu Staus, Mehrkosten und mehr Umweltschäden (Staus etc.). Die Infrastruktur hat sich den Bedürfnissen der Verkehrsteilnehmenden anzupassen (und nicht umgekehrt).
Ausbau Langsamverkehr
Soll im Kanton Solothurn die Infrastruktur für den Langsamverkehr (z.B. Velowege) schneller ausgebaut werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Die Verkehrsprobleme in unserem dicht besiedelten Land können ohne koordinierte Massnahmen und dem Einbezug aller Verkehrsarten- und infrastrukturen in Zukunft wohl nicht mehr bewältigt werden. Der Langsamverkehr hat dabei sicher noch ein erhebliches Potential, zumal sich auch diese Verkehrsart verändert hat (Nutzung E-Velos).
Verbot Tempo 30
Soll Tempo 30 auf verkehrsorientierten Strassen innerorts verboten werden (z.B. Hauptstrassen)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Verkehrsorientierte Strassen sind primär auf die Anforderungen des Motorfahrzeugverkehrs ausgerichtet und das übergeordnete Netz für leistungsfähige Transporte. Eine Beurteilung sollte aber den Behörden vor Ort (Kanton/Gemeinden) überlassen werden, aufgrund der Gegebenheiten vor Ort und/oder Erfordernissen. Tempo-30-Zonen haben viele Vorteile, bei verkehrsorientierten Strassen aber auch Nachteile (z. B. eng getaktete Bussfahrpläne). Ein allgemeines Verbot wäre aber sicher nicht richtig.
Politisches System & Digitalisierung
Stimmrechtsalter 16
Befürworten Sie eine Senkung des Stimmrechtsalters auf 16 Jahre?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Es könnte sicher Sinn machen, Jugendliche stärker einzubinden, da diese in der Regel auch politisierter sind als früher Eine kurzfristige Steigerung der Stimmbeteiligung wäre aber wahrscheinlich nicht zu erwarten, aber allenfalls eine mittelfristige. 16-jährige haben aber noch nicht die vollständigen Rechte wie Erwachsenen und es wären daher auch Unterscheidungen von aktivem und passivem Wahlrecht notwendig. Also dann lieber ab 18, dann aber richtig.
Engere Beziehungen zur EU
Befürworten Sie engere Beziehungen zur Europäischen Union (EU)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Die EU ist der wichtigste wirtschaftliche Handelspartner der Schweiz, die bisherigen Bilateralen Verträge haben zu einer sicheren und wohlhabenden Schweiz beigetragen.
Strikte Neutralitätspolitik
Soll die Schweiz ihre Neutralität strikt auslegen (weitgehender Verzicht auf wirtschaftliche Sanktionen)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Die Schweiz hat eine klare Wertehaltung in Bezug auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und muss die Möglichkeit haben, wirtschaftliche Sanktionen mitzutragen. Es kann und darf nicht sein, dass unsere Neutralität von Unrechtsstaaten wirtschaftlich dazu genutzt werden kann, ihre Politik weiter zu fördern und schlussendlich direkt oder indirekt auch unser Land zu bedrohen. Die Schweiz darf auch mal den Mut haben Nein zu sagen.
Sicherheit & Polizei
Ausbau Videoüberwachung
Befürworten Sie einen Ausbau der Videoüberwachung (z.B. im Strassenverkehr, auf öffentlichen Plätzen etc.)?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Eine Videoüberwachung kann präventiv wirken und auch zur Aufklärung von Straftaten beitragen. Dies ist ein Mehrwert für unsere öffentliche Sicherheit, von der alle profitieren. In einem Rechtsstaat wie der Schweiz mit einer guten Datenschutzgesetzgebung ist ein Ausbau der Videoüberwachung meines Erachtens kein Problem.
Polizeidienst für Ausländer/-innen
Im Kanton Solothurn ist für den Polizeidienst die Schweizer Staatsangehörigkeit erforderlich. Sollen in Zukunft auch Ausländer/-innen mit C-Niederlassungsbewilligung zugelassen werden?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Der polizeiliche Dienst ist ein Gewaltmonopol des Staates über die Bürger/innen und Bewohner/innen. Diese Möglichkeit sollte daher mit dem Bürgerrecht verknüpft bleiben, dass den Abschluss einer erfolgreichen Integration darstellt. Wer das Gewaltmonopol eines Staates ausübt, muss Bürger/in des Staates sein (analog Armee). Wer die Voraussetzungen für den Polizeidienst erfüllt, erfüllt grundsätzlich auch diejenige für eine Einbürgerung. Dieses Bekenntnis muss eingefordert bleiben.
Erhöhte Polizeipräsenz
Befürworten Sie eine stärkere sichtbare Präsenz der Polizei?
| Nein | Eher nein | Eher ja | Ja |
|---|---|---|---|
Kommentar
Eine stärkere sichtbare Präsenz kann präventiv wirken, hat aber, im Gegensatz zu zivilen Einsätzen, einen ermittlungstaktischen Nachteil. Die Abwägung muss aber natürlich bei den einzelnen Polizeikorps liegen. Eine stärkere bzw. erhöhte Präsenz erfordert aber in der Regel auch mehr Personal. Die Polizeidichte in der Schweiz ist im internationalen Vergleich eher tief. Hier wäre in erster Linie sicher eine Aufstockung der Bestände angezeigt.
Werthaltungen
Freie Marktwirtschaft
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Von einer freien Marktwirtschaft profitieren langfristig alle."
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Kommentar
Ja, sofern sie fair in sozial ist. Planwirtschaft oder ähnliche Modelle haben nie funktioniert und werden auch nie funktionieren.
Traditionelles Familienmodell
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Für ein Kind ist es am besten, wenn ein Elternteil Vollzeit für die Kinderbetreuung zu Hause bleibt."
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
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Kommentar
Die Familie ist die Keimzelle unserer Gesellschaft, die Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen der Kinder. Dass ein Elternteil pro Familie/Lebensgemeinschaft Vollzeit zu Hause bleibt muss nicht nur vorteilhaft sein. Von dem volkswirtschaftlichen Aspekten einmal abgesehen kann es für Kinder, vor allem im Vorschulalter, für die Sozialisation sicher von Vorteil sein, auch partiell mal eine Kinderkrippe o. ä zu besuchen.
Bestrafung Krimineller
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Die Bestrafung Krimineller ist wichtiger als deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft."
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Kommentar
Eine Strafe als Folge eines Verbrechens muss sein. Eine Bestrafung ohne Wiedereingliederung jedoch macht keinen Sinn, da wieder mit Straftaten (und somit mit potentiellen Opfern) zu rechnen ist. Wenn der Strafvollzug zu einer Umkehr (Reue) des Delinquenten führt, ist der gesellschaftliche und finanzielle Nutzen grösser als der Schaden.
Umweltschutz vor Wirtschaftswachstum
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Ein stärkerer Umweltschutz ist notwendig, auch wenn er zu Lasten des Wirtschaftswachstums durchgesetzt werden muss."
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Kommentar
Wirtschaftswachstum unter Berücksichtigung des Umweltschutzes ist mit den heutigen technologischen Möglichkeiten grundsätzlich durchführbar.
Kommentar
Eine sichere AHV ist ein zentraler Aspekt unserer Vorsorgewerke. Bevor aber einfach das Rentenalter erhöht wird, müssen zuerst bestehende Benachteiligungen in der AHV beseitigt werden (z. B. Ehepaarplafonds). Auch müssen zuerst andere Modelle geprüft werden (z. B. Lebensarbeitszeit). Das Rentenalter einfach automatisch an die Lebenserwartung zu koppeln ist auch sozialpolitisch ungerecht, da auch nicht jeder Beruf im Berufsleben die gleiche Art von Belastung mit sich bringt.