Sandro Siegrist
Alternative Linke | 20.05.2
Sozialstaat, Familie & Gesundheit
Förderung gemeinnütziger Wohnungsbau
Soll der Kanton den gemeinnützigen Wohnungsbau finanziell stärker fördern (z.B. finanzielle Unterstützung von Wohnbaugenossenschaften)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Ergänzungsleistungen für Familien
Sollen im Kanton Bern Ergänzungsleistungen für Familien mit tiefem Einkommen eingeführt werden?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Viele Familien arbeiten, können sich aber kaum das Leben leisten. Tiefe Löhne und hohe Mieten erzeugen eine Armut, die oft unsichtbar bleibt. Ergänzungsleistungen sind nötig, damit Kinder in einem stabilen Umfeld aufwachsen können. Der Kanton Bern muss diese Verantwortung übernehmen. Eine Gesellschaft, die ihre schwächsten Mitglieder vernachlässigt, investiert nicht in ihre Zukunft.
Verschärfung Sozialhilfe
Befürworten Sie Verschärfungen im Bereich der Sozialhilfe (z.B. vereinfachte Überwachung bei Verdacht auf Missbrauch)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Mehr Überwachung stigmatisiert Arme pauschal als potenzielle Betrüger, während Steuerhinterziehung von Wohlhabenden weit weniger kontrolliert wird. Der tatsächliche Missbrauch ist statistisch gering, die Kosten für Überwachung oft höher als der "zu vermeidende Schaden". Zudem verletzt es die Würde der Betroffenen und schafft ein Klima des Misstrauens. Armut ist meist strukturell bedingt. Überwachung bekämpft nicht Ursachen, sondern kriminalisiert Symptome.
Ausbau Elternzeit
Soll die bezahlte Elternzeit über die aktuellen 14 Wochen Mutterschaftsurlaub und zwei Wochen Vaterschaftsurlaub hinaus ausgebaut werden?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Ja, die bezahlte Elternzeit muss deutlich ausgebaut werden. Ein starres Modell mit 14 Wochen Mutterschaftsurlaub und zwei Wochen Vaterschaftsurlaub spiegelt keine Realität wider. Familien brauchen flexible, situativ anpassbare Modelle, die beide Elternteile gleichberechtigt einschliessen. Eine erweiterte Elternzeit mit flexibler Aufteilung fördert Gleichstellung, entlastet Eltern in kritischen Phasen und ist eine Investition in gesellschaftliche Teilhabe.
Erhöhung Prämienverbilligung
Soll die Prämienverbilligung erhöht werden, so dass niemand mehr als 10% seines verfügbaren Einkommens für die Krankenversicherung bezahlen muss?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Kantonale Spitalplanung
Befürworten Sie eine stärkere Steuerung der Spitalplanung und Gesundheitsversorgung durch den Kanton (z.B. Konzentration der Gesundheitsleistungen)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Eine stärkere kantonale Steuerung der Spitalplanung ist notwendig. Spezialisierte Spitäler sollten konzentriert werden, damit den Menschen bestmöglich geholfen wird. Gleichzeitig darf die ländliche Versorgung nicht vernachlässigt werden: Hausarzt-Praxen und Notaufnahmen müssen auch auf dem Land bleiben. Gesundheitsversorgung ist ein Grundrecht, daher darf sie nicht nur dort verfügbar sein, wo sie sich finanziell lohnt.
Schule & Bildung
Integrative Schule
Gemäss dem Konzept der integrativen Schule werden Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen grundsätzlich in regulären Schulklassen unterrichtet. Befürworten Sie dies?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Jedes Kind hat das Recht, gemeinsam zu lernen und an der Gesellschaft teilzuhaben. Separate Klassen verfestigen Stigmatisierung und verringern die Chancengleichheit. Der Kanton muss in Fördermassnahmen, geschulte Lehrkräfte und genügend Ressourcen investieren, damit Integration gelingt. Inklusion ist kein Idealismus, sondern eine Grundlage für eine gerechte Bildung.
Separativer Unterricht
Sollten Kinder mit geringen Deutschkenntnissen zunächst in separaten Klassen unterrichtet werden, bis sie ein bestimmtes Sprachniveau erreicht haben?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Die Separation von Kindern verstärkt Ungleichheit und verhindert Integration. Auch mit geringen Deutschkenntnissen können Kinder in gemischten Klassen mit gezieltem Sprachunterricht lernen. Separate Strukturen führen oft zu Stigmatisierung und erschweren den Rückgang in reguläre Klassen. Der Kanton sollte stattdessen in Sprachförderung innerhalb regulärer Klassen investieren.
Erste Fremdsprache Englisch
Soll im Kanton Bern anstelle einer Landessprache (Französisch bzw. Deutsch) Englisch als erste Fremdsprache unterrichtet werden?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Die Landessprachen verbinden die Kantone und fördern den inneren Zusammenhalt der Schweiz. Englisch ist wichtig, aber es kann keine Landessprache ersetzen. Der zweisprachige Kanton Bern trägt zur Verständigung mit der Romandie bei, wenn Französisch als erste Fremdsprache bleibt. Englisch kann als zweite Fremdsprache ergänzend unterrichtet werden.
Gleiche Bildungschancen
Soll sich der Kanton stärker für gleiche Bildungschancen einsetzen (z.B. mit Förderunterricht-Gutscheinen für Schüler/-innen aus Familien mit geringem Einkommen, Erhöhung Stipendien)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Bildung ist das Grundrecht auf eine bessere Zukunft. Kinder aus Familien mit geringem Einkommen haben oft weniger Zugang zu Förderung und Unterstützung. Der Kanton muss mit Förderunterricht-Gutscheinen, höheren Stipendien und kostenlosen Nachhilfeangeboten gegensteuern. Gleiche Chancen bedeuten, dass kein Kind aufgrund seiner finanziellen Situation benachteiligt wird.
Migration & Integration
Stimmrecht für Ausländer/-innen
Sollen Ausländer/-innen, die seit mindestens zehn Jahren in der Schweiz leben, das Stimm- und Wahlrecht auf Gemeindeebene im Kanton Bern erhalten?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Wer seit zehn Jahren in der Schweiz lebt, ist Teil der Gemeinschaft. Politische Teilhabe sollte nicht vom Reisepass abhängen. Der Kanton Bern kann eine Vorreiterrolle übernehmen und so die Demokratie stärken. Ausschluss aus der Politik bedeutet Ausschluss aus der Gesellschaft.
Direkte Aufnahme von Geflüchteten
Soll sich der Kanton Bern dafür einsetzen, dass mehr Geflüchtete aus Lagern direkt vor Ort (z.B. Griechenland, Gaza) in der Schweiz aufgenommen werden (sogenannte Resettlement-Flüchtlinge)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Die Schweiz hat eine humanitäre Tradition und eine Verantwortung gegenüber Menschen in Not. Direktaufnahme aus Lagern ist schneller und menschlicher als langes Warten. Der Kanton Bern sollte sich auf Bundesebene für mehr Resettlement-Plätze einsetzen und so konkret auf Notsituationen reagieren.
Integrationsförderung Ausländer/-innen
Soll der Kanton Bern Ausländer/-innen bei der Integration stärker unterstützen (z.B. ausgebaute Sprachförderung, zusätzliche Sozialarbeiter/-innen)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Integration gelingt nur mit den richtigen Mitteln. Sprachförderung und soziale Begleitung sind keine Extras, sondern Voraussetzungen für eine faire Integration. Der Kanton muss mehr investieren, damit alle Menschen, unabhängig ihrer Herkunft, eine echte Chance bekommen.
Verschärfung Einbürgerungsrecht
Soll das kantonale Einbürgerungsgesetz verschärft werden (z.B. höhere Sprachkenntnisse)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Höhere Hürden machen Einbürgerung schwerer, aber nicht besser. Sie betreffen vor allem Menschen aus marginalisierten Verhältnissen und verfestigen Ungleichheit. Der Kanton sollte stattdessen in Integration investieren und Einbürgerung als Recht auf volle Teilhabe begreifen.
Bezahlkarten für Asylsuchende
Begrüssen Sie die Einführung von Bezahlkarten für Asylsuchende (anstelle von Bargeld)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Bezahlkarten sind eine Form der Diskriminierung. Sie sind bürokratisch aufwändig und teuer. Asylsuchende verdienen eine würdevolle Behandlung. Kontrolle über das Zahlungsmittel ist keine Lösung, sondern ein Symbol für Misstrauen gegenüber Menschen in Not.
Kündigung Bilaterale Verträge
Soll die Schweiz die Bilateralen Verträge mit der EU kündigen und ein Freihandelsabkommen ohne Personenfreizügigkeit anstreben?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Die bilateralen Verträge sichern die wirtschaftliche Grundlage der Schweiz und garantieren Personenfreizügigkeit, von der viele profitieren. Ein Abkommen ohne Personenfreizügigkeit wäre für die EU nicht akzeptabel und würde die Schweiz wirtschaftlich isolieren. Der Kanton Bern sollte sich für enge Zusammenarbeit mit Europa einsetzen.
Gesellschaft, Kultur & Ethik
Erneuerung Kunstmuseum Bern
Der Kanton möchte sich mit rund 81 Mio. CHF an der Sanierung und dem Ersatzneubau des Kunstmuseums Bern beteiligen (Sanierung Altbau und Ersatz des sog. Atelier-5 Erweiterungsbaus). Befürworten Sie dies?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
81 Millionen Franken sind eine enorme Summe in einer Zeit, in der soziale Einrichtungen sparen müssen. Der Kanton sollte seine Mittel dort einsetzen, wo Menschen direkt davon profitieren. Eine so massive Investition in ein einzelnes Museum lässt sich schwer rechtfertigen, wenn gleichzeitig Bildung und soziale Versorgung geschwächt werden.
Legalisierung Cannabis
Soll sich der Kanton Bern für eine Legalisierung von Cannabis einsetzen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Die Kriminalisierung von Cannabis belastet die Justiz und schädigt vor allem marginalisierte Gruppen. Eine Legalisierung mit Kontrolle und Regulierung ist sinnvoller als ein Verbot, das nicht funktioniert. Der Kanton Bern sollte sich auf Bundesebene für eine Legalisierung einsetzen und so eine sachlichere Debatte ermöglichen.
Verbot geschlechtsneutraler Sprache
Soll kantonalen Stellen (Behörden, Schulen) die Verwendung von geschlechtsneutraler Sprache mittels Genderstern oder ähnlichen Zeichen in der schriftlichen Kommunikation verboten werden?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Geschlechtsneutrale Sprache ist ein Werkzeug zur Inklusion. Ein Verbot wäre ein politischer Eingriff, der Menschen ausschliesst, die sich nicht in einem binären Geschlechtssystem wiederfinden. Der Kanton sollte Inklusion fördern, nicht verhindern.
Tierische Produkte in Kantinen
Sollen kantonseigene Kantinen und Personalrestaurants eine Verpflegung mit tierischen Produkten anbieten müssen (z.B. Verzicht auf rein vegane Mensen an der Universität)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Der Kanton sollte vegane und pflanzliche Optionen fördern, nicht tierische Produkte vorschreiben. Klimawandel und tierbetriebliche Bedingungen machen pflanzliche Ernährung zu einer Notwendigkeit. Kantinen sollten Vielfalt anbieten, aber nicht zur Aufnahme tierischer Produkte verpflichtet werden.
Direkte Medienförderung
Befürworten Sie eine direkte Medienförderung durch den Kanton (z.B. finanzielle Unterstützung von Medien für die regionale und kantonale Berichterstattung)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Unabhängiger Journalismus ist eine Grundlage der Demokratie. Regionale Medien kämpfen ums Überleben und verlieren Ressourcen. Der Kanton Bern sollte regionale Berichterstattung finanziell unterstützen, damit die Bevölkerung gut informiert bleibt und eine gesunde, öffentliche Debatte möglich ist.
Finanzierung Landeskirchen
Der Kanton Bern unterstützt die Landeskirchen jährlich mit rund 73 Millionen Franken (Sockelbeitrag und gesamtgesellschaftliche Leistungen). Befürworten Sie dies?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Der Staat sollte neutral bleiben und Religionen weder finanziell unterstützen noch entlasten. 73 Millionen Franken jährlich für Landeskirchen sind schwer zu rechtfertigen in einem säkularen Staat. Diese Mittel könnten besser in soziale Einrichtungen, Bildung oder Gesundheitsversorgung investiert werden.
Finanzen & Steuern
Steuersenkung
Befürworten Sie die geplante Senkung der Steueranlage auf kantonaler Ebene in den nächsten vier Jahren?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Eine Senkung der Steueranlage steigert die wirtschaftliche Attraktivität des Kantons Bern und entlastet unter anderem die tiefen und mittleren Einkommensklassen. Der Kanton kann durch diese Senkung zu einer besseren Teilnahme der Gesellschaft beitragen. Die dadurch entstehenden Steuerausfälle müssen vom Kanton Bern durch anderweitige Steuererhöhungen, beispielsweise bei der Vermögenssteuer, der Erbschaftssteuer oder durch die Erhebung einer Finanztransaktionssteuer, ausgeglichen werden.
Lockerung Schuldenbremse
Soll die kantonale Schuldenbremse gelockert werden?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Eine zu starre Schuldenbremse verhindert nötige Investitionen in Bildung, Klimaschutz und soziale Infrastruktur. Der Kanton darf sich auch verschulden, wenn es um langfristige Investitionen geht, die sich lohnen. Eine Schuldenbremse darf keine Zukunft opfern, um heute balanced zu bilanzieren.
Individualbesteuerung
Sollen Ehepaare künftig als Einzelpersonen besteuert werden (Individualbesteuerung)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Die aktuelle Ehesteuer benachteiligt Paare, bei denen beide arbeiten. Das trifft vor allem Frauen und verhindert eine volle Erwerbsbeteiligung. Die Individualbesteuerung ist fair, modern und fördert Gleichstellung.
Anpassung Finanzausgleich
Der Kanton Bern hat den Finanzausgleich so angepasst, dass die Städte Burgdorf und Langenthal neu für Zentrumslasten entschädigt werden und die Stadt Bern weniger Geld erhält. Befürworten Sie dies?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Ein gerechter Finanzausgleich bedeutet, dass auch kleinere Städte für ihre Zentrumsleistungen entschädigt werden. Burgdorf und Langenthal übernehmen regionale Funktionen, die Geld kosten. Der Ausgleich muss alle Gemeinden fair berücksichtigen, auch wenn das bedeutet, dass die Stadt Bern etwas weniger erhält.
Steuer auf Zweitliegenschaften
Soll der Kanton Bern im Zuge der Abschaffung des Eigenmietwerts eine zusätzliche Steuer auf Zweitliegenschaften ermöglichen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Zweitliegenschaften sind oft ein Zeichen von Wohlstand. Eine zusätzliche Steuer darauf ist fair und kann Einnahmen für soziale Zwecke nutzen. Der Kanton Bern sollte diese Möglichkeit nutzen, um die Steuerlast gerechter zu verteilen und gleichzeitig Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen zu sichern.
Wirtschaft & Arbeit
Teilprivatisierung BEKB
Soll der Kanton Bern seine Beteiligung an der Berner Kantonalbank (BEKB) auf unter 50 Prozent reduzieren (Teilprivatisierung)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Die Berner Kantonalbank ist ein wichtiges Werkzeug für eine faire Finanzpolitik im Kanton. Eine Teilprivatisierung würde den Einfluss des Kantons schwächen und Gewinninteressen über das Gemeinwohl stellen. Der Kanton Bern sollte die BEKB als öffentliches Instrument behalten und damit sicherstellen, dass Bankdienstleistungen allen zugehören.
Kantonaler Mindestlohn
Befürworten Sie die Einführung eines für alle Arbeitnehmenden gültigen Mindestlohnes von CHF 4'200 für eine Vollzeitstelle (ca. CHF 24 pro Stunde)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Viele Menschen arbeiten Vollzeit und können sich trotzdem kaum das Leben leisten. Ein Mindestlohn von 4200 Franken stellt sicher, dass sich Arbeit lohnt. Ohne eine solche Grenze werden Arbeitnehmende in Armut gedrängt. Der Kanton Bern sollte einen kantonsweiten Mindestlohn durchsetzen und so Würde im Arbeitsmarkt garantieren.
Liberalisierung Geschäftsöffnungszeiten
Befürworten Sie eine vollständige Liberalisierung der Geschäftsöffnungszeiten (Festlegung nach freiem Ermessen unter Berücksichtigung des Arbeitsgesetzes)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Eine vollständige Liberalisierung würde vor allem kleine Einzelhandelsgeschäfte schädigen und Arbeitnehmende zu mehr Einsätze an Wochenenden und Abenden zwingen. Der Kanton Bern sollte die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit schützen. Freie Öffnungszeiten nutzen vor allem Grosskonzerne, nicht die lokale Wirtschaft.
Lohngleichheit Frauen/Männer
Befürworten Sie eine strengere Kontrolle der Lohngleichheit von Frauen und Männern (z.B. bei Unternehmen, die kantonale Aufträge erhalten)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern ist eine Realität, die aktiv bekämpft werden muss. Eine strengere Kontrolle bei Unternehmen mit kantonalen Aufträgen sendet ein klares Signal. Der Kanton Bern kann so eine Vorreiterrolle übernehmen und zeigen, dass Gleichstellung auch finanziell ernst genommen wird.
Regulierung Taxi-Plattformen
Befürworten Sie eine stärkere Regulierung von Plattformen, die Taxidienste vermitteln (z.B. Bewilligungspflicht für Uber-Taxis)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Plattformen wie Uber umgehen bestehende Regelungen und setzen Fahrer/-innen unter enormen Druck. Eine Bewilligungspflicht sorgt für faire Bedingungen und schützt sowohl Arbeitnehmende als auch Konsumenten. Der Kanton Bern sollte Plattformen nicht von Regeln ausnahmen, die für alle anderen im Transportwesen gelten.
Service Public im ländlichen Raum
Soll der Kanton das Service-Public-Angebot (z.B. öffentlicher Verkehr, Verwaltungsdienstleistungen) in ländlichen Gebieten stärker unterstützen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Ländliche Gebiete sind oft von öffentlichen Dienstleistungen abgehängt. Wer auf dem Land wohnt, verdient keinen schlechten Zugang zu Verkehr oder Verwaltungsdienstleistungen. Der Kanton Bern muss in eine flächendeckende Versorgung investieren. Ein funktionierender "Service-Public" ist eine Grundlage für eine zusammenhängende Gesellschaft.
Umwelt & Energie
Aufhebung AKW-Neubauverbot
Soll sich der Kanton Bern für eine Aufhebung des Verbots für neue Atomkraftwerke einsetzen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Atomkraft erzeugt radioaktiven Abfall, dessen Entsorgung bis heute nicht gelöst ist. Die Risiken sind zu grosse, um sie zu ignorieren. Der Kanton Bern sollte sich stattdessen für einen massiven Ausbau erneuerbarer Energien einsetzen. Solaranlage, Wind und Wasserkraft bieten sichere Alternativen, die keine Zukunftsgenerationen belasten.
Ökologische Auflagen Landwirtschaft
Soll der Kanton die ökologischen Anforderungen für verpachtete Landwirtschaftsflächen erhöhen (z.B. Verbot synthetischer Pestizide)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Synthetische Pestizide schädigen Böden, Gewässer und Bestäuber wie Bienen. Der Kanton Bern kann durch strengere Anforderungen auf verpachteten Flächen ein Signal senden. Landwirtschaft muss nachhaltig sein, damit auch zukünftige Generationen von fruchtbaren Böden profitieren können.
Förderung erneuerbarer Energien
Sollen die kantonalen Förderbeiträge für erneuerbare Energie im Gebäudebereich erhöht werden (z.B. für Heizungsersatz oder Ladeinfrastruktur für Elektromobilität)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Der Umstieg auf erneuerbare Energien kostet Geld. Der Kanton Bern muss Haushalte beim Heizungsersatz und der Ladeinfrastruktur finanziell begleiten, damit der klimafreundliche Umbau nicht nur für Wohlhabende möglich ist. Höhere Förderungsbeiträge sind eine Investition in die Klimapolitik.
Strengerer Tierschutz
Befürworten Sie strengere Tierschutzregelungen für die Haltung von Nutztieren (z.B. permanenter Zugang zum Aussenbereich)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Tiere in geschlossenen Systemen ohne Aussengang leiden. Der Kanton Bern kann mit strengeren Vorschriften zeigen, dass Tierwohl keine Luxusfrage ist. Ein permanenter Zugang zum Aussenbereich ist ein minimaler Standard, der die Würde von Nutztieren schützt und gleichzeitig die Qualität landwirtschaftlicher Produkte steigert.
Ausbau Wasserkraft
Befürworten Sie einen Ausbau der Wasserkraftwerke im Grimsel- und Sustengebiet?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Mit Vorsicht. Wasserkraft ist eine wichtige erneuerbare Energiequelle. Aber ein Ausbau im Grimsel- und Sustengebiet könnte die sensiblen Ökosysteme der Alpen schädigen. Der Kanton Bern sollte solche Projekte nur fördern, wenn eine strenge Umweltverträglichkeitsprüfung zeigt, dass der ökologische Schaden beherrschbar bleibt.
Schutz Grossraubtiere
Soll der Kanton Bern den Schutz der Grossraubtiere (Wolf und Luchs) stärker gewichten (z.B. Reduktion der präventiven Abschüsse)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Wolf und Luchs sind Teil des Ökosystems und spielen eine wichtige Rolle im Gleichgewicht der Natur. Präventive Abschüsse sind ein brutales Werkzeug, das besser durch Massnahmen wie Herdenschutz ersetzt werden sollte. Der Kanton Bern sollte Wildschutz ernst nehmen und koexistenz zwischen Menschen und Tieren fördern.
Verkehr
ÖV-Ausbau
Soll der Kanton mehr Mittel für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs bereitstellen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Der öffentliche Verkehr ist die Grundlage für eine nachhaltige Mobilität. Der Kanton Bern muss mehr investieren, damit auch Menschen ohne Auto in ländlichen Gebieten mobil bleiben. Ein starkes ÖV-Netz reduziert Strassenverkehr, Emissionen und soziale Ausgrenzung. Mehr Mittel für den ÖV bedeutet mehr Teilhabe für alle.
Autobahnausbau
Befürworten Sie den geplanten Ausbau der Autobahn A1/A6 bei Bern (u.a. Bypass Bern Ost, Anschluss Wankdorf, Spurausbau Wankdorf-Schönbühl)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Mehr Autobahnen erzeugen mehr Verkehr und mehr Emissionen. Ein Spurausbau löst das Verkehrsproblem nicht, sondern verschiebt es. Der Kanton Bern sollte stattdessen in den öffentlichen Verkehr und den Langsamverkehr investieren. Ein massiver Autobahnausbau widerspricht den klimapolitischen Zielen und belastet die Umwelt dauerhaft.
Ausbau Langsamverkehr
Soll im Kanton Bern die Infrastruktur für den Langsamverkehr (z.B. Velowege) schneller ausgebaut werden?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Das Velo ist eine der nachhaltigsten Fortbewegungsarten. Der Kanton Bern muss Velowege schneller und konsequenter ausbauen, damit Radfahren eine sichere und attraktive Alternative zum Auto wird. Velo-Infrastruktur schützt nicht nur das Klima, sondern verbessert auch die Gesundheit und die Lebensqualität in allen Gemeinden.
Verbot Tempo 30
Befürworten Sie ein Verbot von Tempo 30 auf verkehrsorientierten Strassen innerorts?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Tempo 30 macht Strassen sicherer, ruhiger und lebensfreundlicher. Sie schützt Kinder, Fussgänger:innen und Radfahrende. Ein Verbot würde den Verkehr auf Kosten der Lebensqualität beschleunigen. Der Kanton Bern sollte Tempo 30 in Wohngebieten fördern, nicht verhindern.
Politisches System & Digitalisierung
Digitale Kantonsverwaltung
Soll der Kanton dazu übergehen, seine Dienstleistungen nur noch digital anzubieten ("Digital-Only"-Prinzip)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Ein vollständig digitales Angebot des Kantons würde viele Menschen ausschliessen: ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Internetzugang. Der Staat muss seine Dienstleistungen für alle zugänglich halten. Ein Digital-Only-Prinzip verstärkt bestehende Ungleichheiten und widerspricht dem Grundsatz der Inklusion. Analoge Anlaufstellen müssen bestehen bleiben, damit niemand zurückgelassen wird.
Digitale Unterschriftensammlung
Soll sich der Kanton für die Einführung von E-Collecting einsetzen (digitale Unterschriftensammlung für Volksinitiativen und Referenden)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
E-Collecting würde die direkte Demokratie deutlich stärken. Unterschriften lassen sich so schneller sammeln, was vor allem Initiativen zugutekommt, die über weniger Ressourcen verfügen. Es senkt die Hürden für politische Teilhabe und ermöglicht eine breitere Beteiligung der Bevölkerung. Der Kanton sollte sich entschlossen für diese Modernisierung einsetzen.
Ausbau Entwicklungszusammenarbeit
Soll der Kanton Bern sein finanzielles Engagement bei der Entwicklungszusammenarbeit ausbauen?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Der Kanton Bern sollte sein Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit ausbauen. Globale Solidarität ist keine Almosengeste, sondern eine Verpflichtung wohlhabender Gesellschaften. Historische und wirtschaftliche Verflechtungen tragen zur Armut im Globalen Süden bei. Mehr Mittel für Bildung, Gesundheit und nachhaltige Wirtschaft dort können zu einer gerechteren Welt beitragen.
Strikte Neutralitätspolitik
Soll die Schweiz ihre Neutralität strikter auslegen (Verzicht auf wirtschaftliche Sanktionen)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Eine strikte Auslegung der Neutralität, die wirtschaftliche Sanktionen ausschliesst, würde Solidarität mit Opfern von Aggression untergraben. Die Schweiz kann neutral bleiben, ohne bei Verletzungen des Völkerrechts wegzuschauen. Sanktionen gegen Aggressor-Staaten sind ein wichtiges Instrument zur Verteidigung von Menschenrechten. Neutralität sollte keine Entschuldigung sein, um Handelsinteressen über Menschenleben zu stellen.
Sicherheit & Polizei
Ausbau Videoüberwachung
Befürworten Sie einen Ausbau der Videoüberwachung im öffentlichen Raum?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Eine Ausweitung der Videoüberwachung führt zu einer Gesellschaft der Kontrolle. Sie trifft unverhältnismässig oft marginalisierte Gruppen und schränkt Freiheit ein, ohne dass der Nutzen belegt ist. Der öffentliche Raum muss für alle zugänglich bleiben. Soziale Massnahmen zur Prävention sind wirksamer als Überwachung.
Polizeidienst für Ausländer/-innen
Im Kanton Bern ist für den Polizeidienst die Schweizer Staatsangehörigkeit erforderlich. Sollen in Zukunft auch Ausländer/-innen mit C-Niederlassungsbewilligung zugelassen werden?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Menschen mit einer C-Niederlassungsbewilligung sind langfristig in der Schweiz verwurzelt und können voll zur Gesellschaft beitragen. Eine Einschränkung auf Staatsangehörigkeit benachteiligt Menschen aufgrund ihrer Herkunft und verhindert eine diverse und repräsentative Polizei.
Verschärfter Umgang mit Demonstrationen
Soll der Umgang mit Demonstrationen verschärft werden (Verschärfung Bewilligungspflicht, härteres Durchgreifen der Polizei bei unbewilligten Demonstrationen, konsequentere Verrechnung von Polizeikosten)?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Demonstrationen sind ein grundlegendes Recht in einer Demokratie. Härteres Durchgreifen und höhere Polizeikosten würden vor allem linke und soziale Bewegungen einschränken. Der Staat sollte Demonstrationen ermöglichen, nicht unterdrücken. Eine Verschärfung widerspricht dem Grundsatz der politischen Teilhabe.
Nationalität in Polizeimeldungen
Soll im Kanton Bern in Polizeimeldungen standardmässig die Nationalität von Tatverdächtigen genannt werden?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
|---|---|---|---|
Comment
Die standardmässige Nennung der Nationalität von Tatverdächtigen führt zu Diskriminierung und Stigmatisierung bestimmter Gruppen. Sie verstärkt Vorurteile und erzeugt eine selektive Wahrnehmung der Kriminalität. Relevant ist das Verhalten einer Person, nicht ihre Nationalität.
Erhöhte Polizeipräsenz
Befürworten Sie eine stärkere sichtbare Präsenz der Polizei?
| No | Rather no | Rather yes | Yes |
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Comment
Eine stärkere Polizeipräsenz erzeugt ein Gefühl der Kontrolle und trifft oft unverhältnismässig marginalisierte Gruppen. Statt auf mehr Polizei sollte der Kanton in soziale Prävention, Bildung und Unterstützungsstrukturen investieren. Sicherheit entsteht durch Teilhabe, nicht durch Präsenz.
Werthaltungen
Freie Marktwirtschaft
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Von einer freien Marktwirtschaft profitieren langfristig alle."
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Comment
Die freie Marktwirtschaft führt zu einer massiven Konzentration von Reichtum und verschärft gesellschaftliche Ungleichheit. Von ihr profitieren vor allem diejenigen, die bereits in eine privilegierte Position geboren wurden. Ohne staatliche Eingriffe, Umverteilung und starke Sozialstrukturen bleiben viele Menschen zurück. Diese Aussage ist ein Mythos.
Vollzeit-Kinderbetreuung
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Für ein Kind ist es am besten, wenn ein Elternteil Vollzeit für die Kinderbetreuung zu Hause bleibt."
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
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Comment
Diese Aussage verfestigt traditionelle Geschlechterrollen und benachteiligt vor allem Frauen. Eine gesellschaftliche Lösung wie bezahlbare Kinderbetreuung ist entscheidender als die individuelle Opferung einer Erwerbstätigkeit. Beide Elternteile sollten die Möglichkeit haben, beruflich aktiv zu bleiben und gleichzeitig fürsorglich zu sein.
Bestrafung Krimineller
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Die Bestrafung Krimineller ist wichtiger als deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft."
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
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Comment
Bestrafung allein löst keine Probleme und verhindert keine Rückfälle. Eine Gesellschaft, die auf Rache setzt, erzeugt nur weitere Gewalt. Wiedereingliederung, Unterstützung und Adressierung der Ursachen von Kriminalität sind langfristig wirksamer und menschlicher. Der Fokus muss auf Heilung und sozialer Teilhabe liegen.
Umweltschutz
Wie beurteilen Sie die folgende Aussage: "Ein stärkerer Umweltschutz ist notwendig, auch wenn er zu Lasten des Wirtschaftswachstums durchgesetzt werden muss."
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
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Comment
Der Umweltschutz muss an erster Stelle stehen. Ein Wirtschaftswachstum auf Kosten der Umwelt ist langfristig nicht nachhaltig und trifft vor allem vulnerable Bevölkerungsgruppen. Wachstum muss neu definiert werden: nicht durch Ressourcenverbrauch, sondern durch eine gerechte und ökologische Wirtschaftsordnung.
Comment
Der Wohnungsmarkt versagt bei Menschen mit niedrigen Einkommen. Wohnbaugenossenschaften schaffen bezahlbaren Wohnraum ohne Gewinnschöpfung und halten Mieten langfristig stabil. Der Kanton muss investieren: Darlehen, Grundstücke in Baurecht, Zuschüsse für Neubau. Das ist keine Almosenpolitik, sondern eine Investition in soziale Gerechtigkeit. Wohnen ist ein Recht, kein Geschäftsmodell.